Rhein-Hunsrück-Kreis informiert mit Bürgerdialog über Dieselaustritt in Wiebelsheim und dessen Folgen


Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat im Rahmen einer Infoveranstaltung im Gemeindehaus Kisselbach Bürgerinnen und Bürger der betroffenen und angrenzenden Ortsgemeinden über den Dieselaustritt an einer unterirdischen Pipeline in Wiebelsheim sowie über dessen Folgen informiert.

Landrat Volker Boch, der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Andreas Roth, Hans-Georg Jahnz als Vertreter der Unteren Wasserbehörde, die Betreiberfirma Rhein-Main-Rohrleitungstransportgesellschaft mbH durch Geschäftsführer Christian Merkel sowie die Vertreter des Polizeipräsidiums Koblenz Björn Neureuter und Jörn Mengen standen Interessierten Rede und Antwort. Moderiert wurde die Veranstaltung von Niclas Fröhlich, Fachbereichsleiter bei der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises.

Landrat Boch dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln: „Die Einsatzkräfte haben sehr schnell reagiert und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen des Schadens zu begrenzen. Unser besonderer Dank gilt den vielen Kräften aus Feuerwehr, allen Einheiten des Katastrophenschutzes und den beteiligten Behörden, die seit Beginn der Lage im Einsatz sind.“ Gleichzeitig dankte er der Ortsgemeinde Kisselbach und Christian Galle als Ortsbürgermeister, die die Halle kurzfristig für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt haben.

Die Teilnehmenden erhielten einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage, die bisherigen Maßnahmen und die nächsten Schritte:  

Aufgrund einer Geruchsbelästigung erfolgte am Nachmittag des 11. März 2026 eine Erstmeldung über den Dieselaustritt in Wiebelsheim. Einsatzkräfte verschiedener Einheiten waren im Einsatz, um die Austrittstelle zu orten. Gegen 22:00 Uhr konnte das Leck verschlossen werden. Sehr frühzeitig wurden zahlreiche Ölsperren installiert und kontaminiertes Wasser abgesaugt, um eine weitere Ausbreitung der Verunreinigung zu verhindern. Diese Maßnahmen tragen erheblich dazu bei, die weitere Ausbreitung der Verunreinigung zu reduzieren. Verschiedene Ölsperren sind weiter in Betrieb.

Die tatsächliche Menge des ausgetretenen Diesels lässt sich aktuell nicht beziffern. Um die Austrittsstelle ist eine Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern betroffen, in der Erdreich auf Schadstoffe geprüft und entfernt wird. Zur Beseitigung der Verunreinigung wird das kontaminierte Erdreich im Umfeld der Austrittsstelle ausgekoffert und fachgerecht zu einer Abfallanlage transportiert. Die Erdarbeiten wurden bereits in größerem Umfang durchgeführt und werden fortlaufend fortgesetzt.

Das Grundwasser ist nach aktuellem Stand nicht kontaminiert. Zunächst gibt es keine Hinweise, dass Schadstoffe in das öffentliche Trinkwassernetz gelangt sein könnten. Es besteht ein enger Austausch mit den Verbandsgemeinden und deren Werken.

Im Rahmen naturschutzfachlicher Begehungen werden die möglichen Auswirkungen auf Gewässerorganismen und gewässergebundene Arten regelmäßig betrachtet. Dabei wurde bisher festgestellt, dass insbesondere Gewässerinsekten und andere wirbellose Organismen sowie Fische im unmittelbar betroffenen Abschnitt beeinträchtigt sind. Auswirkungen auf Amphibien können nicht ausgeschlossen werden. Streng geschützte Arten wie der Europäische Biber im regionalen Umfeld werden ebenfalls intensiv beobachtet. Die langfristigen Auswirkungen auf einzelne Individuen oder den Naturraum lassen sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Die Kreisverwaltung bedankt sich bei allen Beteiligten und Bürgerinnen und Bürgern für die konstruktive Teilnahme.

Im Rahmen des Bürgerdialogs rief die Polizei dazu auf, mögliche verdächtige Wahrnehmungen im und um das Gewerbegebiet in Wiebelsheim an die Polizei Boppard unter 06742 8090 oder an jede andere Dienststelle zu melden, um die Straftat aufzuklären.

Weitere Informationen zur Lage des Dieselaustritts und den Maßnahmen finden Sie auf der Website des Rhein-Hunsrück-Kreises unter www.kreis-sim.de/Aktuelles.

Für Fragen im Bereich der Landwirtschaft und Tierhaltung werden aktuell Informationen zusammengestellt und zeitnah zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartner sind:

Fragen zum Thema Landwirtschaft: marius.stiehl@rheinhunsrueck.de

Fragen zur Tierhaltung/Veterinär: vetamt@rheinhunsrueck.de

Für weitere Informationen zur Lage des Dieselaustritts und den Maßnahmen gelangen Sie über diesen Link zur Website des Rhein-Hunsrück-Kreises.